Der erste Eindruck ist der Wichtigste. Sagt man...

 

Egal, ob es um den Anfang eines Romans geht, den ersten Händedruck, der Blick in noch fremde Augen, oder um diese Zeilen, die du gerade liest. Deshalb will ich dich nicht mit den üblichen Fakten langweilen, sondern dir von meinem Start ins Leben erzählen. Eckdaten verraten uns zwar, was wir sind, jedoch nichts darüber, wer wir sind.

Den Menschen dahinter, entdecken wir in seinen Geschichten.

 

Meinen ersten Atemzug machte ich an einem Mittwoch im November. Es war acht Uhr morgens und dementsprechend kalt. Wahrscheinlich waberte um diese Zeit noch Nebel über dem See, vielleicht stürmte es sogar und der Wind fauchte um die Klostermauern und rüttelt an den Fensterläden, bis sie klapperten. Das Kloster selbst trotzt allen Gerüchten, die man sich im Dorf erzählt, und schützt seine Insassen vor neugierigen Blicken. Nonnen nehmen sich den Missgeschicken von Töchtern aus gutem Hause an, manchmal viele Monate lang. Anschließend beglücken sie Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, durch diskret arrangierte Adoptionen.

 

Auch auf mich warteten im Empfangszimmer neue Eltern und rosarote Zeiten. Stellte ich für sie doch die Erfüllung ihres lang ersehnten Kinderwunsches dar. Alle Papiere waren rechtskräftig ausgefüllt und mussten nur noch von meiner Mutter unterschrieben werden. In diesem Falle von ihren Eltern, weil sie noch nicht volljährig war. Eine reine Formalität, wenn, ... ja, wenn nicht meine Ur-Oma gewesen wäre: Sie ist mehr katholisch, als lebendig und allein die Vorstellung dieser bevorstehenden Sünde, beutelte sie mit Fegefeuer-Fantasien. Bis zur letzten Minute redete sie eindringlich auf die Eltern meiner Mutter ein. Immer, wiederholt sie diesen einen Satz, welcher mein Leben für immer verändern sollte: „Lieber ein Kind auf dem Kissen, wie auf dem Gewissen!“

 

Und da lag ich dann, ... auf dem Rücksitz des Wagens meiner Großeltern. Aus der Traum in Rosa, hinein in ein kunterbuntes Leben. Abtransportiert, in einem eilig organisierten Wäschekorb aus Plastik. Nicht sehr komfortabel, könnte man jetzt zu Recht denken. Dem stimme ich zu. Mit einem Vater, der lieber Tiefseetaucher im Atlantik ist und einer Mutter, die auf ihr selbstbestimmtes Recht zu Leben pocht, und zwar - ohne Kind.

Wir fuhren Richtung Heimat. Zu einer Familie, die damals gelenkt wurde von meinem Ur-Großvater, dem selbsternannten Misanthrop und Erfinder. Er entsagte der Welt auf seinem „Aussiedler-Berg“ (Der eher ein Hügel ist.), was ihn jedoch nicht davon abhielt, bis zu seinem Tod, jedem Weiberrock hinterher zu jagen, zum Leidwesen seiner Frau.

 

Heute zählt ihre Tochter, meine Oma, weit über neunzig Lenze, wird von ihrem sechzehn Jahre jüngeren Freund auf Trab gehalten und liest immer noch drei Zeitungen täglich, ohne Brille. Nur ihre Teufelsgeige, die verstaubt mittlerweile im Schrank.

Nicht jeder hat das Glück, manche sagen auch Pech dazu, in einer Familie aufzuwachsen, die aus einer ungewöhnlich hohen Konzentration aus Charaktertypen besteht. Was bei jedem zu folgenden Fragen führt: Warum gerade ich? An diesem Platz? Was steckt dahinter?

Ein Segen, Schicksal, Absicht, Kausalität, oder doch nur mieses Karma? Mit Sicherheit speist sich mein Humor aus dieser Quelle, der gewürzt ist mit einer Prise gespannter Erwartung und zwei Esslöffel Ironie. Meine Figuren geraten in Situationen, in denen wir für sie am liebsten in das nächste Mauseloch springen wollen, nur um ihnen zu ersparen, was kommen wird. Auf allen Ebenen.

 

Der Ruf des Schreibens hat mich erst in der Mitte meines Weges ereilt. An einem Punkt in meinem Leben, an dem es so still wurde, dass ich ihn hören konnte. Das Schreiben selbst ist ein Handwerk, bei dem Talent erst später eine Rolle spielt. Natürlich, ohne Zange bringe ich keinen Wasserhahn dazu, mit dem Tropfen aufzuhören, oder stell dir einen Schreiner ohne Säge vor! Nur nützt dem Armen die schönste Diamantensäge nichts, wenn er nicht weiß, wie aus dem Baumstamm vor ihm, jemals ein Stuhl zum Sitzen werden soll. Zuerst musste ich also mit meinem Werkzeug umgehen lernen, damit du am Ende lesen kannst, was ich lange vorher in meinem Kopf gesehen habe.

Bislang habe ich zwei Manuskripte entworfen, meine Autorenstimme (Ja, sowas gibt es.) daraus entwickelt und herausgefunden, welches Metier davon meines ist, nämlich die spannende Komödie. Von Beginn an arbeite ich mit der lieben Lektorin Regine Weisbrod zusammen. In meinem Notizbuch prangt auf der ersten Seite das Leitzitat meines Schreiblebens von Victor Hugo: „Schildern willst du den Mord? So zeige mir den Hund auf dem Hofe: Zeig mir im Aug´von dem Hund gleichfalls den Schatten der Tat.“

 

Mein Anspruch an mich selbst beim Schreiben habe ich erst erfüllt, wenn der Leser sich in die Hauptpersonen hineinversetzen kann und noch im Nachhinein darüber nachdenken muss, der Roman ihn zum Lachen bringt und er sich in eine andere Welt liest, mit Hilfe einer klaren und verständlichen Sprache. Ob mir das gelingt, kannst du mir zeigen, indem du deine Meinung äußerst. Am Besten dort, wo du einen Roman von mir gekauft hast, oder in den üblichen Kanälen. Ich freue mich sehr von dir zu hören.

 

Deine Claudia Fell

 

 

 

 

 

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