Interview mit Kat von Seven & Stories

Heute lade ich euch ein zum Gespräch mit Kat. Sie ist ausgezogen um uns allen zu beweisen, dass man selbst mit wenig Geld erstaunliches erleben kann und füttert uns mit Artikeln, die nicht nur über äußere, sondern auch über innere Welten erzählen. Vor allem eines treibt Kat an: Ihre Sehnsucht nach Freiheit.

Liebe Kat, seit 2016 betreibst du deinen Blog und lässt uns an vielen Facetten deines Lebens teilhaben, gibst tolle Tipps zum Thema Mode, Bücher, Leben und Reisen. Vor allem Fernweh treibt dich an. Wie fühlt sich das an?

Kat:

Fernweh ist für mich eine Art Hassliebe. Es bringt mich dazu, aus meiner Komfortzone auszubrechen und einfach Hals über Kopf an fremde Orte zu reisen. Aber wenn die Zeit, und vor allem das Geld mal knapp wird, sitzt der Schmerz schon tief.

 

Frage:

Um diese große Sehnsucht zu verstehen, muss man vielleicht zuerst den Ort kennenlernen indem du wohnst. Beschreib doch mal das Leben dort aus deiner Sicht?

Kat:

Ich bin ein Landmädchen mit einem Stadtherzen. Früher war das anders. Aber seit ich blogge, lerne ich das Leben in der Stadt immer mehr zu lieben.
Am Land, in meinem Fall ein 6000-Seelen-Dorf in Oberösterreich, ist nicht viel los und im Umkreis von etlichen Kilometern kennt man den Begriff Blogger oft nicht einmal. Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Natur um mich herum und diese gewisse Häuslichkeit. Außerdem sind mit den örtlichen Wäldern wunderschöne Erinnerungen verbunden. Aber für die Zukunft möchte ich in die Stadt. Weil dort mehr Optionen für mich als Bloggerin warten.

 

Frage:

Und was machst du beruflich?

Kat:
Zurzeit bin ich Qualitätsassistentin im Bereich Zertifizierung und Klassifizierung in der Lenzing AG (dem weltweit größten Faserhersteller). Zu Deutsch: Ich bestätige den Kunden die Qualität der erhaltenen Ware.

Frage:

Alle deine Artikel sind so geschrieben, dass man von deiner eigenen Begeisterung praktisch mit weggetragen wird. Wie lange hast du deinen Blog bereits geplant, bevor der erste Artikel online ging?

Kat:
Um ehrlich zu sein war die Idee sehr spontan. Ich wollte nicht mehr nur für mich selbst schreiben und meine Artikel und Texte irgendwo verschlossen halten. Da kam mir die Idee eines Blogs und innerhalb einer Woche habe ich es, leider auch sehr überstürzt, umgesetzt.

 

Frage:

Und vor allem, an wen richtet sich dein Blog?

Kat:
An junge oder abenteuerlustige Menschen mit großen Träumen und kleinen Geldbeuteln. Ich bin jemand, der sehr viel sehen und erleben will, wo aber oft die nötige Zeit oder das Geld knapp wird. Trotzdem bin ich dieses Jahr 5 Mal verreist und nage immer noch nicht am Hungertuch. Denn, es geht! Man kann sein Leben auch mit weniger Mitteln toll gestalten. Und das zeige und lebe ich auf meinem Blog.

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Frage:

Du beschreibst dich selbst als Perfektionistin, das sieht man deinem Blog auch an. Jeder Artikel verlinkt sich auf den anderen, deine Artikelbilder sind phantastisch, allein beim Durchlesen fange ich an zu schwitzen, weil mein eigener Blog derzeit eine einzige Baustelle ist. Woher beziehst du dein Marketing und Blogwissen?

 

Kat:
Heutzutage gibt es zum Glück schon so viele Blogs und auch alte Hasen, die man gerne zu Rate zieht. Letztendlich frage ich gute Bekannte mit bereits erfolgreichen Blogs einfach, was ich verbessern könnte oder ob sie zu einem bestimmten Thema Tipps haben. Denn anders als manche denken: Das Internet ist kein Haifischbecken. Man kann sich gegenseitig unterstützen und Hilfe anbieten. Aber ich lese auch sehr viel, suche mir Tipps zusammen und halte meinen Kopf stundenlang auf Trapp, nur um den Blog wieder ein Stückchen zu verbessern. Es ist ein laufender Prozess.

 

Frage:

Wer macht die tollen Bilder von dir?

Kat:
Das ist eigentlich immer unterschiedlich. Ich habe leider keinen fixen Fotografen, sondern greife da gerne auf kamerabegeisterte Freundinnen oder Bloggerkollegen zurück. Sehr oft mache ich meine Bilder auch alleine. Denn man kann auch ohne Hilfestellung tolle Fotos machen, man muss nur wissen wie. J (psst, dazu gibt es sogar einen eigenen Blogbeitrag.) http://www.sevenandstories.net/column/so-bearbeite-ich-meine-bilder/

 

Frage:

Wie lange hast du gebraucht, damit dein Blog die heutige Qualität hat?

Kat:

Erstmal Danke für das süße Kompliment. Aber tatsächlich 1,5 Jahre. Zuerst hatte ich einen komplett anderen Blog mit anderem Namen und kostenlosem Design. Erst mit der Zeit wurde mit bewusst, dass man für Qualität auch mal Geld in die Hand nehmen muss. Ich habe angefangen selbst zu hosten, die Plattform gewechselt und Stunden auf der Suche nach dem perfekten Design für mich verbracht. Dabei sind auch schon mal 300€ auf der Strecke geblieben. Aber es hat sich gelohnt.

Frage:

Und was für Pannen sind dir unterwegs passiert?

Kat:
Schlechte Bilder oder unpassende Überschriften standen Schlange, um auf meinem Blog Platz zu finden :D Früher war es mir wichtig, jeder Überschrift melodisch und englisch klingen zu lassen. Nicht nur SEO-technisch ein Desaster, sondern auch für meine Leser. Da manchmal niemand wusste, wovon der Beitrag eigentlich handelt. Aber auch bei den Designs habe ich einiges falsch gemacht.

Frage:

Hast du einen Tipp für andere Blogger, was sie auf jeden Fall aus deiner Erfahrung heraus machen sollten?

Kat:
Scheut euch nicht davor Geld zu bezahlen. Damit meine ich Designs, Logo, Visitenkarten… Wenn ihr euren Blog professionell gestalten wollt, kann man leider nicht immer alles selbst machen. (ich habe es versucht. :D) Aber besonders wichtig ist: Fangt aus den richtigen Gründen an. Wer aus Spaß anfängt hat seinen Blog sicher länger, als jemand, der damit anfängt um Geld zu verdienen. Denn nur was man mit Herz macht, macht man gut.

Frage:

Und was auf keinen Fall?

Kat:
Legt niemanden Steine in den Weg oder lasst euch von Konkurrenzdenken die Laune verderben. Jeder Blogger ist anders, jeder hat seine eigene Botschaft. Und macht es nicht, weil ihr denkt, davon reich werden zu können. Ich blogge seit fast 2 Jahren und habe immer noch einen Vollzeitjob um mein Leben zu finanzieren. 

Frage:

Erst vor kurzem wurde bei dir eine Weizen und Zucker Unverträglichkeit festgestellt. Wie kommst du inzwischen damit zurecht?

Kat:
Zuhause ist es für mich Alltag geworden, immer frisch zu kochen. Ich habe mich mit neuen Zutaten und Rezepten arrangiert. Einzig das Auswärtsessen und Events sind ein Problem, weil es selten Speisen gibt, die ich essen kann und darf. Bei solchen Dinge mache ich dann meistens Ausnahmen, ich will ja nicht verhungern. ;) Allerdings meldet sich danach immer gerne mein Bauch, weil ihm das natürlich gar nicht gefällt.

 

Frage:
Nimmst du als Konsequenz daraus, das Thema Healthy Food in deinem Blog auf?

Kat:
Bist auf ein paar Tipps, was man beachten sollte und was ich so esse, wird es auch weiterhin keine Food-Kategorie auf meinem Blog geben. Das ist einfach ein Thema, für das ich mich nicht so begeistern kann wie für andere. Deshalb verweise ich gerne auf Bloggerrezepte, erstelle aber selbst keine.

Frage:

Und dann gibt es da noch deine weniger schönen Erfahrungen mit dem arg egoistischen Auftreten anderer Blogger Kollegen. Du kritisierst in deinem Artikel vom November 2016, dass viele Blogger nur an sich denken und dass es bei vielen immer nur darum geht ihren Blog zu verlinken und oft kein echtes Interesse für eine Zusammenarbeit besteht. Einen Blogroll habe ich auf deiner Seite nicht gefunden.Wie gehst du heute mit dem Thema um?

Kat:

Ich hatte früher eine Blogroll, allerdings hat sich diese gefühlt wöchentlich verändert. Ich unterstütze meine Kollegen sehr gerne. Gebe Tipps, beantworte Fragen oder hinterlasse Kommentare. Wie oben erwähnt kann ich mit diesem Haifisch-Denken nichts anfangen und finde es schade, wenn man sich gegenseitig ein Bein stellt. Blogger sollten zusammenhalten. Wir werden von der Gesellschaft oft genug belächelt.

 

Frage:

Es gibt eine Buchreihe die dich so berührt hat, dass du danach direkt in eine Leseflaute geschlittert bist. Artikel: http://www.sevenandstories.net/booklove/buch-beruehrt-hat-rezensionen/

Hast du diese inzwischen überwunden?

Kat:

Den Büchern sei Dank, ja! Glücklicherweise gibt es immer wieder Bücher, die einem besser gefallen. Ich habe zwischendrin auch ein Buch einer meiner liebsten Autorinnen gelesen und es ging stetig bergauf. Womöglich hatte ich auch einfach Pech bei der Buchauswahl.

 

Frage:

Wie überwindet man eine Leseflaute?

Kat:

Bücher lesen, die man kennt und von denen man begeistert war/ist, Klassiker wie Harry Potter oder das eigene Lieblingsbuch. Oder einfach ausprobieren, sich wild durch verschieden Genres lesen und wenn einem ein Buch nicht gefällt, auch ohne schlechtes Gewissen abbrechen. Nichts erzwingen. Denn das ruiniert in den meisten Fällen die Lesefreude.

 

Frage:

Welches Buch hat dich so richtig zum Lachen gebracht?

Kat:

Gute Frage. Es wäre einfacher, meine Weinbücher aufzuzählen. Hihi. Aber ich denke es war „Die Herren von Winterfell“ von George R. R. Martin. Und das liegt vor allem an dem Charakter Tyrion Lannister, mit dem ich mich einfach köstlich amüsiert habe,

 

Frage:

Und die letzte Frage wäre, an welche Buchblogger-Kolleginnen reichst du diese Interviewstaffel weiter?

Kat:

Ich würde ihn gerne an eine ganz besondere Freundin von mir weiterreichen: Rika von Schwarzbuntgestreift. Sie ist in den letzten Monaten wirklich ein Herzensmensch für mich geworden und ich finde ihren Blog und ihre Art zu Erzählen einfach toll. Ganz nebenbei ist sie eine der sympathischsten Verrückten, die ich je treffen durfte.

Und nun sind wir schon wieder am Ende angelangt. Schade eigentlich, so könnte ich stundenlang weiterplaudern.

Mit Rika werde ich umgehend Kontakt aufnehmen, mal sehen, ob sie den Stab annimmt. Zum Abschluss lassen wir Grüße an euch da. 🙋🏻 Kat aus Österreich und ich aus Berlin.

Wo immer ihr seid - egal was ihr macht: Habt Spaß dabei! 💪😃😃😃

 

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